Alles Köstliche heraus kratzen
Solingen-Morgenpost, 06.05.2009 (RP)
Das Glas mit der Nougatcreme ist fast leer. Mit einem Messer versucht der Achtjährige am Frühstückstisch, die letzten Reste des köstlichen Brotaufstrichs heraus zu kratzen – was nicht gut gelingt, weil das Arbeitsgerät für diesen speziellen Fall nicht sonderlich geeignet ist. Dirk Zielonka und Annett Laake, die Geschäftsführer der innovativen Firma Zielonka Wohnen & Leben im Industriegebiet An den Eichen in Aufderhöhe, kennen diese mühselige Tortur und haben sich intensiv Gedanken gemacht, wie man auch den “letzten Rest” aus den mit Schokocreme gefüllten Gläsern heraus bekommt: “NoResto” heißt das neueste Produkt von Zielonka Wohnen & Leben, ein Resteverwerter, der auch in die bislang unerreichbar scheinenden Winkel des gewölbten Glases vordringt. “Wir haben unser neues Produkt zum Patent angemeldet”, berichten Annett Laake und Dirk Zielonka.
Mit Geruchskillern aus Edelmetall ist das Unternehmen seit 2001 auf dem Markt. Daneben werden seit kurzem noch Mikrofasertücher angeboten, unter anderem, um Brillen damit zu reinigen.
Fünf Funktionen weist NoResto auf, um jede Ecke des gewölbten Glases zu erreichen. Die Idee für den Resteverwerter aus Kunststoff reifte bei Annett Laake vor gut fünf Monaten nach einer TV-Sendung. Jetzt ist das fertige Produkt auf dem Markt: “Absolut bruchfest, lebensmittelecht und spülmaschinenfest”, versichert Dirk Zielonka. Und es handelt sich um ein “echtes Solinger Produkt”, betont der 43-Jährige. Die benachbarte Firma Glänzer habe bei der Entwicklung der Form mitgeholfen und fertigt das Produkt; die Walder Werbeagentur “3-IQ” gestaltete die Verpackung.
Für die Namensfindung des neuen Produktes haben die beiden Geschäftsführer gar ein Gewinnspiel ausgelobt, an dem sich mehrere 100 Personen beteiligten. Ein Student aus Höxter hatte schließlich die Idee, es NoResto zu nennen, er strich dafür 500 Euro ein. “Es kam uns darauf an, einen pfiffigen und internationalen Namen zu finden, der auch die Funktionen erklärt”, sagt Annett Laake. NoResto würde all dies in sich vereinen.
Schon bei der Vorstellung des Prototyps des Schabers beziehungsweise Löffels auf der Frankfurter Messe Ambiente kam die Produktneuheit gut an “Die Resonanz war sehr gut, beim deutschen Einzelhandel ebenso wie bei Händlern aus Spanien, Frankreich und Italien”, sagt Dirk Zielonka, “man konnte sofort merken, wer selbst Schokocreme isst”. NoResto (Kosten 4,95 Euro) sei aber unter anderem auch für Marmeladengläser geeignet, zum Produktstart wurden zunächst 5000 Stück gefertigt. “Wir können uns vorstellen, jährlich bis zu 250 000 Stück davon im In- und Ausland zu verkaufen”, meint Dirk Zielonka.

Zielonka Wohnen & Leben hat sich mit Geruchskillern einen Namen gemacht, von denen das Unternehmen mittlerweile über 20 verschiedene Variationen – für den Kühlschrank, das Wohnzimmer, Schuhe, WC, Auto oder Mund – anbietet. “Das ist nach wie vor unser Hauptprodukt”, meint Annett Laake. Sie ist wie Dirk Zielonka nach der guten Messe Ambiente “verhalten optimistisch”, was den weiteren Geschäftsverlauf in diesem Jahr angeht. 2008 sein ein gutes, wenn auch schwieriges Jahr gewesen.
